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Dietlikon passt die Strukturen im Nachwuchsbereich an. Der Club drückte dem Schweizer Frauen-Unihockey jahrelang den Stempel auf. Nun will man sich auch als Ausbildnerverein beweisen.
[Martin Liebrich / ZU]
Der Unihockey-Club Dietlikon macht im Nachwuchs vorwärts. Bereits im Januar konnte der renommierte finnische Nachwuchstrainer Harri Lind verpflichtet werden. Nun wurde für ihn auch noch eine Arbeitsstelle gefunden; einer Vertragsverlängerung stand darum nichts mehr im Weg, wie der Sportchef des Dietliker Fanionteams, Antti Uimonen, erklärt. «Einen viel besseren Nachwuchstrainer als Lind wird man nicht finden», ist sich Uimonen sicher.
Neu zwei U-21-Teams
Dietlikon passt die Strukturen im Juniorenbereich den gehobenen sportlichen Ansprüchen des Vereins an. Die kommende Saison werden die Dietlikerinnen mit zwei U-21-Teams in Angriff nehmen. «Damit und mit Linds Verpflichtung wollen wir ein Zeichen setzen», erklärt Uimonen. In den vergangenen Jahren habe der Nachwuchs im Erfolgsverein nicht immer oberste Priorität genossen. «Es gab immer wieder Spielerinnen, die den Sprung ins erste Team schafften», betont Uimonen zwar. «Diese mussten aber meistens schon sehr viel selbst mitbringen.» Das heisst: Nur die Allerbesten schafften den Sprung. Wer etwas weniger Talent hatte, blieb auf der Strecke.
Tatsächlich haftete Dietlikon jahrelang das Image eines Vereins an, der seine Spielerinnen transferiert statt selbst ausbildet. Der Ruf war nicht ganz gerechtfertigt. Aber von ungefähr kam er auch nicht. Uimonen zur Neuausrichtung: «Wir wollen die Spielerinnen nun schon in jungen Jahren auf einem Top-Niveau ausbilden.»
Dass die Neuausrichtung gleichzeitig mit dem Generationenwechsel im Fanionteam kommt, ist kein Zufall. Dadurch, dass verschiedene langjährige Teamstützen – zum Beispiel Stürmerin Natalie Stadelmann oder Verteidigerin Simone Berner – dem Verein in der nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung stehen werden, ergeben sich nun grössere Chancen für jüngere Spielerinnen. Um den Sprung vom Nachwuchs ins Fanionteam etwas weniger gross zu gestalten, will Dietlikon auch das Förderkader verbreitern. Die Erfahrung zeigt, dass diese Taktik sowohl sportlich als auch menschlich erfolgreich sein kann. «Die Spielerinnen, die zusammen mit dem Fanionteam trainierten, waren oft erstaunt, dass in der SML auch nur mit Wasser gekocht wird. Und dass sie von den Stammkräften gut aufgenommen wurden.»
Langjährige Zusammenarbeit
Lind soll den Nachwuchsleuten in Dietlikon nun noch den letzten Schliff verpassen. Seit Januar hat er dies bereits getan. Laut Uimonen seien die Spielerinnen begeistert von der Arbeit des Finnen. Kein Wunder: Lind bringt die Erfahrung aus der finnischen Top-Liga und aus der finnischen U-19-Nationalauswahl mit. Im Club-Unihockey war er für Tapanilan Erä tätig – und zuletzt beim UHC Dürnten-Bubikon-Rüti. Für die kommende Saison lagen ihm mehrere Angebote von Spitzenteams aus seiner Heimat vor. Er entschied sich aber für Dietlikon. Uimonen: «Das ist ein starkes Commitment.» Geplant sei auf jeden Fall eine längerfristige Zusammenarbeit. «Wir wollen nun zeigen, dass wir ein guter Ausbildnerverein sind.» Lind hat seine Arbeit in Dietlikon per Anfang Juli aufgenommen. Die Saison startet im September – dann werden die Früchte sichtbar.
Foto © Sibylle Meier
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